Am seidenen Faden: Hilfe für Kinder krebskranker Eltern oft auf der Kippe

Unterstützung für Jungen und Mädchen wird von den Krankenkassen nicht verlässlich finanziert / Verband fordert neue Regelung

Lenzkirch/ Berlin, 6. November 2020

Wenn Papa oder Mama Krebs bekommt, bricht für Kinder jegliche Normalität und Sicherheit weg: Sie leben in einer Ausnahmesituation mit vielen Ängsten – und brauchen dabei qualifizierte Begleitung und Unterstützung. Bekommen können sie diese Hilfe bei ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten – doch bis heute sind diese Hilfsangebote chronisch unterfinanziert und stehen damit oft auf der Kippe. Darauf weist der Bundesverband Kinderhospiz (BVKH) anlässlich des „Welttags für Kinder krebskranker Eltern“ am 8. November hin.

„Noch viel zu oft bekommen die Kinderhospizdienste keinerlei Zuschüsse von den Krankenkassen für ihr Engagement für Jungen und Mädchen mit krebskranken Eltern. Grund dafür ist ein Webfehler in der entsprechenden Rahmenvereinbarung, der dringend behoben werden muss. Zum Wohle der Kinder, die eine Krisensituation durchstehen müssen und bestmögliche Begleitung brauchen“, fordert BVKH-Geschäftsführerin Sabine Kraft. „Bisher bezuschussen die Krankenkassen laut Gesetz pro betroffener Familie nur einen einzigen Hospizdienst. Das ist in aller Regel ein Erwachsenenhospizdienst, der den erkrankten Vater oder die erkrankte Mutter begleitet. Ambulante Kinderhospizdienste, die sich zusätzlich und als Ergänzung dazu um die Mädchen und Jungen kümmern, gehen dann leer aus. Das muss sich dringend ändern, damit auch den Kindern eine angemessene Begleitung in dieser schwierigen Zeit garantiert wird.“ Der Bundesverband Kinderhospiz wird sich in den anstehenden Verhandlungen über eine Rahmenvereinbarung für ambulante Kinderhospizdienste für eine zuverlässige Finanzierung solcher Begleitungen stark machen.

 

In Deutschland sind laut einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts jedes Jahr rund 50.000 Kinder von einer neu festgestellten Krebserkrankung des Vaters oder der Mutter betroffen. In dieser Ausnahmesituation bieten Kinderhospizdienste verlässliche Unterstützung: Geschulte Mitarbeiter treffen sich regelmäßig mit den Jungen und Mädchen, spielen mit ihnen, unternehmen kleine Ausflüge, hören zu und beantworten Fragen. Sprich: Sie sind für die Kinder und deren Sorgen und Ängste da. „Wir merken immer wieder: Für die Kinder ist es sehr, sehr wichtig, in dieser schweren Zeit einen solchen Begleiter zu haben. Und oft entlastet dieses Angebot auch die Eltern sehr, deren bisherige Familienstruktur durch eine unheilbare Krebserkrankung ja komplett in sich zusammenbricht“, so Sabine Kraft.

Jahrelang durften ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste mit den Krankenkassen nur Begleitungen von solchen Familien abrechnen, in denen ein Kind lebensverkürzend erkrankt ist. Seit 2016 aber gibt es Zuschüsse der Krankenkassen auch für die Begleitung von Jungen und Mädchen mit krebskranken Eltern. Allerdings oft nur in der Theorie. „In der Praxis begleitet meist zuerst ein Erwachsenhospizdienst betroffene Familien. Kommt dann ergänzend ein Kinderhospizdienst noch dazu, gibt es für ihn in aller Regel keine Gelder von den Krankenkassen. Das bedeutet: Hilfsangebote für Kinder krebskranker Eltern müssen durch Spenden finanziert werden – und hängen damit immer am seidenen Faden“, so BVKH-Geschäftsführerin Kraft. Dabei brauchten Jungen und Mädchen mit unheilbar kranken Eltern oft eben eine Unterstützung, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und das auch über den Tod des Elternteils hinaus. „Diese Hilfe können ambulante Kinderhospizdienste erfahrungsgemäß besonders gut leisten, weil sie entsprechend geschulte Mitarbeiter haben. In aller Regel arbeiten die ambulanten Hospizdienste für Erwachsene und die für Kinder sehr konstruktiv Hand in Hand“, erläutert Kraft. „Häufig bitten Erwachsenenhospizdienste sogar von sich aus bei Kinderhospizdiensten um Unterstützung bei der Begleitung betroffener Familien. Diese Kooperation ist großartig. Sie muss aber künftig für alle Beteiligten auf einer sicheren Finanzbasis stehen.“



„Kinderhospizdienste sind ein absoluter Segen“

 

Zum Weltherztag: Bundesverband Kinderhospiz macht auf Situation von Familien mit herzkranken Kindern aufmerksam

Berlin, 29. September 2020

 

Toni ist erst eineinhalb, und doch schon ein echter Kämpfer. Er kam mit einem komplizierten und seltenen Herzfehler zur Welt. „Er hat schon so viel überstanden“, berichtet seine Mutter Wencke. Zwei Operationen an dem winzigen Herzen wurden bereits durchgeführt – eine weitere wird vielleicht noch nötig sein, um eine verbliebende undichte Herzklappe zu ersetzen. Tonis Krankheit wurde durch einen Gendefekt ausgelöst, eine Laune der Natur, die außerdem das „DiGeorge-Syndrom“ bei ihm auslöste. Toni kann nicht selbstständig Schlucken, der tapfere kleine Kerl hängt dauerhaft an einer lästigen Sonden-„Leine“.

Eineinhalb Jahre Sorgen und Ängste – die Welt von Tonis Familie steht seit seiner Geburt Kopf. „Er musste vor allem den ersten Winter überleben, das war kritisch“, berichtet Tonis Mama. Inzwischen ist seine Gesundheit viel stabiler, eigentlich wollte die Familie im Frühling so richtig ins Leben starten – und dann kam Corona.

Als „absoluten Segen“ bezeichnet Tonis Mutter die Tatsache, dass sie bei all diesen Herausforderungen von einem Kinderhospizdienst begleitet wird. „Mir hatte eine andere Mama mit schwerstkrankem Kind geraten dort anzurufen. Ich hatte zuerst solche Angst vor dem Wort ‚Hospiz‘!“, sagt sie und lacht. Inzwischen sind die beiden „Hospizpaten“, die Toni und seinen großen Bruder Jake wöchentlich besuchen, gar nicht mehr wegzudenken. Auch Mama Wencke selbst hat durch den Kinderhospizdienst Halt und Zuversicht gefunden, als es ihr selbst schlecht ging, als alles zu viel wurde.

„Tonis Familie ist ein tolles Beispiel dafür, wie wertvoll die Unterstützung ist, die unsere Mitglieder, die Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland, anbieten“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des BVKH. Ambulante Kinderhospizdienste besuchen wie in Tonis Fall die Familien zuhause. Ob Hilfe und Beratung oder einfach Zeit - für Gespräche, für die Geschwisterkinder oder für eine gemeinsame Unternehmung, die ehrenamtlich Mitarbeitenden kümmern sich um das ganze „System“ Familie.

In stationären Kinderhospizen finden Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern einen Ort, um Kraft zu tanken. Der gemeinsame Aufenthalt stärkt Eltern und Kinder, viele Freizeitangebote schaffen Erholung, das Treffen mit anderen Familien in ähnlicher Lage ein wichtiger Austausch.

Um Familien zusätzlich rund um die Uhr einen Ansprechpartner zu bieten, hat der Bundesverband Kinderhospiz die Hilfsplattform frag-Oskar.de ins Leben gerufen. Dort finden Interessierte die Nummer des bereits seit Jahren etablierten OSKAR Sorgentelefons, an die sich alle wenden können, die Fragen oder Ängste haben im Zusammenhang mit lebensverkürzenden Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen. Auch Fachleute und Familien in Trauer finden bei OSKAR stets ein offenes Ohr, wertvolle Informationen und Hilfsangebote. Frag-Oskar.de bietet außerdem Gruppenchats für Familien und speziell für betroffene Jugendliche sowie eine wöchentliche Sprechstunde zu sozialrechtlichen Themen.

Weil Kinderhospizarbeit immer noch zu großen Teilen von Spenden abhängig ist, hat der Bundesverband Kinderhospiz zum Weltherztag die Kampagne „Von Herzen“ in den sozialen Netzwerken gestartet. „Herzliche“ Bilder des Künstlers Peter Gaymann, der sich als Botschafter für den Dachverband der deutschen Kinderhospize engagiert, machen auf die Kinderhospizarbeit und die Notwendigkeit von Spenden aufmerksam. „Weil wir auch weiterhin, auch in einem schwierigen Jahr wie diesem, für Familien wie die von Toni da sein müssen!“, betont Sabine Kraft.



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Anlässlich unseres 10. Jubiläumsjahres gab es Mitte März  einen sehr ausführlichen Bericht im Stadtanzeiger Mosbach.

Mehr dazu lesen sie unter folgendem Link, ab Seite 16:

 https://www.lokalmatador.de/epaper/ausgabe/stadtanzeiger-mosbach-12-2019/




 



Einen sehr persönlichen und inspierierenden Leseabend hatten wir am 07. Februar 2020 mit Ehepaar Arzt in der Thalia Buchhandlung in Mosbach.

Mehr dazu lesen sie unter folgendem Link, ab Seite 8:

https://www.lokalmatador.de/epaper/ausgabe/stadtanzeiger-mosbach-7-2020/






                                              




Anfang März lief ein Interview im SWR4 in dem eine unserer Familien und deren Ehrenamtliche Begleiterin aus ihrem Alltag berichten.

Wenn Kinder lebensbedrohlich krank sind, wenn sie vielleicht sogar sterben werden, dann ist das für die Familien, für Eltern und Geschwister, die vielleicht schwierigste Zeit ihres Lebens. Und dann dreht sich alles um das kranke, das sterbende Kind. Aber wer sorgt für die Eltern, für die Geschwister? Im Neckar-Odenwald-Kreis macht das der Kinder-Hospizdienst. Er kümmert sich um die Kinder, aber eben auch und besonders um den Rest der Familie. Und das ehrenamtlich, seit genau 10 Jahren. Friederike Kroitzsch berichtet:


Ambulanter Kinderhospiz NOK im SWR4
Familie und Ehrenamtliche aus unserem Dienst im Interwiev
kinderhospiz SWR4 (7.57MB)
Ambulanter Kinderhospiz NOK im SWR4
Familie und Ehrenamtliche aus unserem Dienst im Interwiev
kinderhospiz SWR4 (7.57MB)








November 2019 -

Hannah-Lena Baudy - Ehrenamtliche im Ambulanten Kinderhospizdienst NOK e.V. wird von Studenten der Dualen Hochschule Mosbach in Stadt-Land-Fluss-Geschichten 2019 porträtiert.

 





Ehrenamtspreis Mosbach 2018

Mosbach. (schat) Auch wenn sich die Jury bei der Kür der Ehrenamtspreisträger für das Jahr 2018 so lange auseinandergesetzt hat wie noch nie: Mit den Preisträgern scheint man durchaus die richtigen "Beispiele vorbildlicher ehrenamtlicher Arbeit" (Jury-Sprecher Jürgen Kriege) gefunden zu haben. Unter eloquenter Moderation von Dr. Alexander Dambach durften in der Alten Mälzerei Karlheinz Walter aus Mosbach, Rüdiger Eberle aus Schefflenz, Lara Bangert aus Krumbach, der ambulante Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis, der TSV Mudau und der Betreuungsverein NOK die Ehrenamtspreise 2018 entgegennehmen. Laudatoren würdigten jeweils die Leistungen der Preisträger, die sich neben der Trophäe auch über eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 1500 Euro freuen konnten - ein schöner Bonus zum vom Landrat verfügten Mindestlohn. 

Ambulanter Kinderhospizdienst e.V.: Der Sonderpreis des Rotary-Clubs Mosbach-Buchen ging an den seit 2010 bestehenden Verein, bei dem 17 ehrenamtliche Mitarbeiter und zwei hauptamtliche Koordinatorinnen unter dem Leitsatz "Den Tagen mehr Leben geben" Familien mit schwerem Schicksal (unheilbar kranken Kindern) begleiten. Größten Respekt zollte RC-Vorsitzender Gernot Wenig dem Hospizteam, für das der 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Daniel Vater, die Auszeichnung entgegennahm. "Unser Lohn ist die Dankbarkeit", verdeutlichte derweil Sonja Laier, warum man sich immer wieder für diese herausfordernde ehrenamtliche Tätigkeit begeistern könne... ( Quelle: RNZ )

 


 



Jeder braucht einen Begleiter - Unverzichtbare Hilfe für Kinder

Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember weitere Ehrenamtliche des Ambulanten Kinderhospizdienstes NOK e.V. qualifiziert und einsatzbereit

Mosbach. Mit einem feierlichen Aussendungsgottesdienst ging der vierte Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Kinder- und Jungenhospizbegleiter am 25.11.2017 zu Ende. Somit stehen dem Ambulanten Kinderhospizdienst NOK e.V. derzeit 22 qualifizierte Ehrenamtliche zur Verfügung. Im Qualifizierungskurs hat die Gruppe intensive Erfahrung mit der eigenen Biografie gemacht und Handwerkszeug bekommen, das ihnen hilft in Familien mit einem lebensverkürzend erkranktem Kind oder einem palliativ versorgten Elternteil eine Begleitung zu sein.

 

 


 

Foto zeigt die neu qualifizierten Ehrenamtlichen, die Koordinatorin Bettina Frisch (links) sowie Mitglieder des Vorstandes und Diakon Manfred Leitheim sowie Pfarrer Richard Lallathin (rechts).

Referent des Kurses war erstmals Bernhard Bayer, der als Trainer des Celler Modells für die Zertifizierung des Kurses verantwortlich war. Bernhard Bayer ist Koordinator beim Kinderhospizdienst St. Martin in Stuttgart und Mitglied verschiedener Arbeitsgruppen beim Deutschen Hospiz und Palliativ Verband.

 

 

Zum Tag des Ehrenamts, das am 5.Dezember begangen wird, möchte der Ambulante Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis e.V. ein Dankeschön an alle seine Ehrenamtlichen und Helfer aussprechen. „Ohne Menschen wie unsere Ehrenamtlichen wäre die Kinderhospizarbeit in im Neckar-Odenwald-Kreis und im Raum Sinsheim schlicht nicht zu leisten“ berichtet Bettina Frisch, Koordinatorin des Ambulanten Kinderhospizdienstes NOK e.V.
Auch die vielen Tausende Ehrenamtlichen, die sich in ambulanten Diensten oder stationären Einrichtungen oder auf höherer Ebene, z.B. des Bundesverbands Kinderhospiz engagieren, tragen das System der palliativen Versorgung. Die ehrenamtlichen Kinder- und Jugendhospizbegleiter sind in Familien aktiv, sie engagieren sich in der Öffentlichkeitsarbeit oder bei Infoständen – und kennen die Kommentare derjenigen, denen das Thema zu schwer ist. „Dabei kann es für jeden von uns ganz schnell anders sein.“, sagt Koordinatorin Bettina Frisch. Betroffen macht sie, miterleben zu müssen, wie Familien mit einem unheilbar kranken Kind sozial ausgegrenzt werden.

„Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind eine Säule der Kinderhospizarbeit“, weiß auch Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „Sie leisten unschätzbare Hilfe, für die wir alle sehr dankbar sind.“ Gerade in Zeiten, in denen es so hektisch zugehe und viele eben nicht mehr die ‚Oma‘ oder den ‚Opa‘ um die Ecke hätten, in denen die Arbeit immer größeren Raum einnehme und jeder mit sich selbst beschäftigt sei, seien Ehrenamtliche unverzichtbar, so Kraft: „Natürlich ersetzen wir damit keine Fachaufgaben, aber Anpacken, Zuhören, Aufmerksam machen, Spielen, Vorlesen… es gibt unzählige Möglichkeiten, sich einzusetzen. Der Bundesverband Kinderhospiz ist als Dachverband der ambulanten wie stationären Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland auch Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Vertreter von Kostenträgern.

In Deutschland gibt es mehr als 40.000 Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben. Für diese Familien setzt sich der Bundesverband Kinderhospiz ein, um sie aus dem sozialen Abseits zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Mit dem OSKAR Sorgentelefon hat der BVKH eine weltweit einzigartige Hotline ins Leben gerufen, an die sich Betroffene wie Fachleute wenden können und alle, die Fragen haben zu lebensverkürzenden Erkrankungen bei Kindern oder Trauernde, die bereits ein Kind verloren haben. Die Hotline wird überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die professionell geschult wurden, begleitet. OSKAR ist unter der Nummer 0800 8888 4711 rund um die Uhr, anonym und kostenfrei erreichbar.

Im Neckar-Odenwald-Kreis und dem Raum Sinsheim werden derzeit 18 Familien durch den Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis e.V. begleitet. „Es war mir wichtig, die Versorgungslücke zwischen dem Neckar-Odenwald-Kreis und Sinsheim ein wenig kleiner zu machen. In Sinsheim und Umgebung gibt es keinen Kinderhospizdienst, der sich um die Familien vor Ort kümmern kann. Durch die neu qualifizierten Ehrenamtlichen die sich jetzt vor Ort befinden, können weitere Familien begleitet werden.“ teilt Bettina Frisch mit. Weitere Informationen erhält man unter www.kinderhospiz-nok.de, Tel. 06261/9383583, Spendenkonten: Sparkasse Neckartal-Odenwald, IBAN DE 5067450048 1001274230, BIC SOLADES1MOS oder Volksbank Mosbach, IBAN DE 9767460041 0020793309, BIC GENODE61MOS

 

 

 

 

 

 

„Nimm dir heute sorgenfrei, denn man fühlt sich wohl dabei“    
 
- E. Bellermann, deutscher Bauingenieur

Studierende nähen „Sorgenfresserle“ für  den Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis e.V.



Neckar-Odenwald-Kreis/Schwäbisch Gmünd. Am Anfang des Wintersemesters 2016/2017 sahen sich die Studierende der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd vor die Aufgabe gestellt, ein neues Projekt für das Seminar „Bekleidung, Mode und Gesundheit“ zu finden. Gemeinsam mit der Dozentin Martina Ordnung machte man sich Gedanken und entschied sich, die Weihnachts- und Geschenkezeit berücksichtigend, dafür „Sorgenfresserle“ für den Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis e.V. zu nähen.

Jeder hat so seine kleinen und großen Sorgen und sicherlich sind die der betreuten Familien  um einiges schwerwiegender. Erwachsene haben über die Jahre gelernt, mit ihren Sorgen umzugehen. Aber Kinder haben  ihre eigenen kleinen Sorgen und Nöte, welche ihnen Kummer bereiten. Aus diesem Grund entschieden sich die Studierende „Sorgenfresserle“ zu nähen. So ein Kuscheltierchen frisst die Sorgen und hilft den Kindern durch diesen psychologischen Trick, diese zu verarbeiten.

In Absprache mit der Koordinatorin, Bettina Bräunling, erfuhr man die genaue Anzahl der Kinder und erhielt durch Kooperation und durch Spendenaufrufe Material für die Anfertigung bereitgestellt. Vor allem der Spendenaufruf im Gemeindeblatt der Stadt Freiberg am Neckar stieß auf positive Resonanz und man erhielt große Mengen von gutem, wiederzuverwertendem Material. Die „Sorgenfresserle“ mussten natürlich bis zur Weihnachtsfeier genäht werden, sodass sie den Kindern als Weihnachtsgeschenk übergeben werden können. Dies stellte die Studierenden vor eine Herausforderung, die sie anfangs nicht bedacht hatten. In fünf Seminarsitzungen mussten mindestens 50 Kuscheltierchen genäht werden, und dass durch eine Teilnehmerbesetzung von 16 Studierenden. Schnell musste ein Plan her um diese Aufgabe zu meistern. Durch die hohe Produktivität der Industrie inspiriert, entschloss man sich die Einzelarbeit durch Fließbandarbeit zu ersetzen und Teams zu gründen. Jedes Team war für einen bestimmten Arbeitsschritt zuständig, wie zum Beispiel das Aufzeichnen, Zuschneiden, Nähen oder Stopfen. Außerdem erhielt man Hilfe von einer weiteren Seminargruppe. Tatsächlich stieg die Produktivität so sehr an, dass man sich für eine weitere Spende an das Kinderklinikum in Mutlangen entschied.

Die Spende an den Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis e.V. erfolgte am 7. Dezember 2016, im Rahmen einer kleinen Weihnachtsfeier an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd. Zugegen waren die Teilnehmerinnen des Seminars und eine der Koordinatorinnen des Kinderhospizes, Bettina Bräunling sowie Christel Busch, eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin.

Erinnert man sich an frühere Projekte zurück versteht man die große Motivation der Studierenden. Ähnliche Spendenübergaben zeigten ihnen, dass diese kleinen Plüschwesen nicht nur einfache Kuscheltiere sind, sondern Kinder durch ihre Verwendung lernen ihren Ängsten und Sorgen Ausdruck zu verleihen. Des Weiteren kann es zwischen den Betroffenen ein Mittel der Kommunikation sein, da es in schwierigen und traurigen Situationen oft schwer ist seine Gefühle zu verbalisieren. Diese wichtige Funktion der „Sorgenfresserle“ kann nicht nur Kindern hilfreich erscheinen. Menschen der älteren Generation, einsame Menschen, ja sogar den Studierenden kann ein „Sorgenfresserle“ oftmals die Seele erleichtern.



 



 

     

Sommerfest des ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis

 

In Unterschefflenz, auf der Reitanlage des Reit und Fahrvereines, fand am 09.07.2016, auf Einladung des Reit- und Fahrvereines Schefflenz, das diesjährige Sommerfest des ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwald-Kreis statt.

Die Familien, die durch den ambulanten Kinderhospizdienst begleitet werden, konnten bei wunderbarem Wetter einen herrlich abwechslungsreichen Nachmittag verbringen.

Die Mitglieder des Reit- und Fahrvereines bewirteten die Familien reichhaltig und sorgten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

So hatten die Kinder Gelegenheit in der Reithalle zu reiten, die Pferde im Außenbereich auszuführen und zu füttern. Ein besonderes Highlight war der Besuch der freiwilligen Feuerwehr Schefflenz. Die Kinder durften in Begleitung der Feuerwehr einen „Brand“ zu löschen und konnten nach Herzenslust im kühlen Nass toben. Zum krönenden Abschluss bot die freiwillige Feuerwehr allen Kindern die Möglichkeit im Feuerwehrauto mitzufahren.

Da die Kinder durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des ambulanten Kinderhospizdienstes, sowie durch Mitglieder des Reit- und Fahrvereins betreut wurden, hatten die Eltern die Gelegenheit, auch einmal ungestört zu essen und sich intensiv auszutauschen.

Bürgermeister Rainer Houck überzeugte sich persönlich vom bemerkenswerten ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder des Reit-und Fahrvereines Schefflenz, unter dem ganz besonderem Einsatz von Margarete und Günther Diener. Der Bürgermeister war beeindruckt, was hier geleistet wird.

Ein besonderer Dank gilt dem EDEKA Markt Vogt aus Schefflenz, der mit der Spende des Grillguts einen wesentlichen Beitrag leistete, sowie der freiwilligen Feuerwehr Schefflenz, die mit ihrem Engagement Kinderherzen höher schlagen ließ.

 


Rhein-Neckar-Zeitung, Samstag/Sonntag 6./7. Februar 2016

Ambulante Kinderhospizdienst: Im Angesicht des Todes - das geht auch mit Humor

Der Ambulante Kinderhospizdienst kümmert sich um Familien, die ein schweres Schicksal zu meistern haben - Helfer werden gesucht

Vorlesen, zuhören, da sein: Die Aufgaben der Begleiter im Ambulanten Kinderhospizdienst konzentrieren sich vor allem auch auf die Geschwister von schwer kranken Kindern. In Kürze startet der Ambulante Kinderhospizdienst NOK e.V. einen neuen Kurs für ehrenamtliche Familienbegleiter. Fotos: dpa/schat

Neckar-Odenwald-Kreis. Ja, es stimmt schon: Auf den ersten Blick klingt das Thema Kinderhospiz nicht unbedingt lustig. Ist es per se ja auch nicht, schließlich geht es um die Begleitung von Familien, die ein schweres Schicksal zu meistern haben. Familien, in denen ein Kind lebensverkürzend, wie man so unschön sagt, erkrankt ist. Oder ein Kind oder auch ein Elternteil aufgrund einer solchen Krankheit bereits gestorben ist. Aber: "Es geht nicht ums Sterben", sagt Dr. Annegret Ade, "es geht ums Leben!" Natürlich stecke ganz viel Tragik und Schwere in den Familien-Geschichten, derer sich die erfahrene Seelsorgerin Ade und ihre Mitstreiter(innen) aus dem Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald annehmen: "Aber es kann eben auch sehr lustig sein", wie Sozialpädagogin Katja Stoll zustimmend ergänzt. Die beiden verweisen auf das Motto, das sich der 2010 gegründete Verein auf die Fahnen geschrieben hat: "Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben."

Hintergrund

Der Ambulante Kinderhospizdienst NOK hilft Familien, die ein schweres Schicksal zu meistern haben. Informationen zum Verein: www.kinderhospiz-nok.de. Neben dem Kinder- gibt es im Kreis noch weitere Hospizdienste, die erkrankte Menschen oder betroffene Familienmitglieder begleiten. Die Betreuung übernehmen qualifizierte (ehrenamtliche) Begleiter. Hospizdienste gibt es in Aglasterhausen, (Tel.: 0 62 62 / 63 56), Buchen (Tel.: 0 62 81 / 565 10 34), Hardheim: (0 62 83 / 86 76), Osterburken (0 151 / 19 48 15 26), Walldürn (0 151 / 10 45 40 20). In Walldürn gibt es zudem ein stätionäres Hospizangebot (Tel.: 0 62 82 / 92 64 30 11).

Um diesen Vorsatz umzusetzen, braucht der Verein Unterstützung. In Kürze startet man - dann zum dritten Mal - einen Kurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter. "Eigentlich sollte der Kurs im Herbst schon anlaufen", erklärt Katja Stoll, "allerdings haben sich da leider nicht ausreichend viele Teilnehmer gefunden." Nun hofft man auf bessere Resonanz, denn: "Der Bedarf ist auf jeden Fall da". So wie das Angebot der Hilfeleistungen in den vergangenen Jahren gewachsen ist, so ist offenbar auch der tatsächliche Bedarf größer geworden. "Früher hat man das oft totgeschwiegen", sagt Katja Stoll und ist sich ihrer Wortwahl durchaus bewusst. Heute sei das Thema Kinderhospiz präsenter, deutlich mehr Menschen seien dafür sensibilisiert. Zudem sei auch die Hemmschwelle, sich externe Unterstützung zu holen, inzwischen ein wenig gesunken, weiß Katja Stoll.

Gemeinsam mit Annegret Ade leitet sie den Kurs für die ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiter. Auf die Frage, warum sie sich gerade in diesem Bereich engagieren, haben die beiden Frauen eine verblüffende Antwort, die sich - wie viele Aspekte bei diesem Thema - auf den zweiten Blick irgendwie logisch anhört: "Man kriegt selbst unheimlich viel Hunger aufs Leben, eine ganz andere Sicht auf die Dinge." Auch viele Ehrenamtliche, die bereits in Familien tätig sind, hätten diese Erfahrung gemacht. Denn es gehe mitnichten nur um eine Sterbebegleitung, zumal sich die Begleiter ja vor allem auch um die Geschwisterkinder kümmern, die mitunter in einer Familie mit einem schwer kranken Kind nicht die notwendige Aufmerksamkeit erhalten. "Unsere Arbeit findet nicht nur im Angesicht des Todes statt", erklärt Katja Stoll, "es kann auch sehr lustig sein".

Dass die Arbeit als Ehrenamtlicher im ambulanten Hospizdienst auch eine schwere Seite hat, wollen die Kursleiterinnen nicht verschweigen. Es liegt in der Natur der Sache. Grundsätzlich könne sich dennoch jeder einbringen, der Freude im Umgang mit Menschen (speziell mit Kindern) hat und offen ist. Die Bereitschaft, sich mit dem Thema Trauer, Sterben und Tod auseinanderzusetzen, vorausgesetzt. "Es kann auch mal nur das Bespaßungsprogramm sein", beschreibt Annegret Ade das Aufgabenfeld der Ehrenamtlichen, das auch die gesunden Familienmitglieder in den Fokus rückt. Für das kranke Kind gebe es ja meist schon eine (zusätzliche) Unterstützung.

Auf ihren "Einsatz" werden die Ehrenamtlichen natürlich adäquat vorbereitet. Nach ersten Kennenlerngesprächen gibt es einen halbjährigen Kurs für die potenziellen Familienbegleiter im Kinderhospizdienst. Als solche sind bis dato übrigens fast ausschließlich Frauen aktiv. "Was schade ist", sagt Annegret Ade, denn gerade bei der Betreuung männlicher Geschwisterkinder habe man schon oft feststellen müssen, dass ein gleichgeschlechtlicher Begleiter vielleicht doch den besseren Zugang finden könnte. "Und sei es nur zum Fußballspielen", scherzt Katja Stoll. Wie ihre Kollegin Ade hofft die Sozialpädagogin nun auf viele neue Helfer, besonders gerne Männer. Die Kennenlerngespräche sind für 6. März in Mosbach geplant, der Kurs beginnt im April.




Worldwide Candle Lighting Day

 

Lichterwelle umringt die ganze Welt

 Patricia Spitzer von der „Initiative Schmetterling Mosbach“ und Jürgen Kriege „Ambulanter Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald–Kreis“ hatten gemeinsam eingeladen und begrüßten in der Christuskirche im Masseldorn. Pfarrerin Ruth Lauer und Diakon Manfred Leitheim begleiteten die Trauernden. Durch den gefühlvollen Gesang von Nicole Kropmaier „Spuren im Sand” mit Gudrun Kühn an der Orgel und den Sängern und Musikern des Singkreises Bergfeld wurden die Texte, wie „Die Geschichte vom kleinen Licht“ von Claudia Ernst und Alex Stadler einfühlsamen begleitet. Die brennenden Kerzen symbolisierten dann, dass auch das verstorbene Kind weiter in den Herzen der Menschen leuchtet. Nach dem Gottesdienst stiegen weiße Luftballons mit Zetteln in den dunklen Himmel und es bestand im Gemeindehaus die Möglichkeit zum wärmenden Beisammensein und Gespräch miteinander.

Verstorbene Kinder leuchtet weiter in den Herzen

 

Am zweiten Sonntag im Dezember brennen Betroffene rund um die Welt im Gedenken an ihre verstorbenen Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern brennende Kerzen an. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle die Welt umringt. Nun schon seit neun Jahren gestaltet auch die „Initiative Schmetterling Mosbach“ mit Eltern und Geschwistern im Gedenken an ihre verstorbenen Kinder und Geschwister eine Andachtsfeier. Der Vortrag des Singkreises Bergfeld „Es naht ein Licht in dunkler Nacht“ wurde von Diakon Leitheim aufgegriffen: „Advent, Weihnacht - ein Stück Himmel ist auf die Erde gekommen. Seitdem wissen wir, es endet nicht mit dem, was hier ist. Es geht weiter, ja, es fängt vielleicht sogar neu an. Gott nimmt uns unsere Dunkelheiten nicht. Es bleibt Krankheit und Tod, Angst und Einsamkeit, Missverständnisse, Verletzungen. Das ist das Dunkel, in dem ich überhaupt erst den Stern sehen und erkennen kann. Gott kann den Tod nicht wegnehmen, aber er nimmt den Kampf mit ihm auf und besiegt ihn. Das ist das Licht, das in unsere Dunkelheit kommt, nicht, um sie wegzunehmen, sondern um sie zu erhellen.“

Adelsheim: Kinder wandern für Kinder

26.11.2015   

Spendenübergabe an der Martin-von-Adelsheim-Schule

Adelsheim. (mva) Bereits am Ende des vergangenen Schuljahres hatten die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule zusammen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen einen so genannten „Spendenlauf” veranstaltet: Sie suchten sich vor dem Wandertag bei ihren Eltern und Verwandten „Paten“, die pro gelaufenem Kilometer einen Geldbetrag spendeten. Die stolze Summe von 3000 Euro wurde so „erwandert“.

Von Anfang an war klar, dass dieses Geld dem „Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis“ zu Gute kommen sollte. Im Rahmen des Schulfestes am vergangenen Wochenende war ein würdiger Rahmen für die Überreichung gefunden worden.

Nach einer kurzen Ansprache der Rektorin Veronika Köpfle konnten die Schülersprecher Julian Schichl und Niklas Englert im Beisein der beiden Verbindungslehrer  Sandra Diefenbach und  Markus Bahner  und zahlreicher Gäste den Spendenscheck an den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Jürgen Kriege übergeben.

„Nicht nur wegen der Höhe des Schecks bin ich gerne nach Adelsheim gekommen“, leitete Jürgen Kriege seine Dankesworte ein. Als früherer Leiter des Schulamtes in Mosbach ist ihm die Schule bestens bekannt. Sehr eindrücklich schilderte er, was es bedeutet, als Kind lebensverkürzend erkrankt zu sein. Die Folgen für die betroffenen Kinder und ihre Familienangehörigen sind vielfältig und verändern das Leben der ganzen Familie.

Der Kinderhospizdienst kann Kinder nicht vor ihrer Krankheit und den Folgen bewahren, aber er will diesen Kindern und ihren Familien beistehen. Die ehrenamtlichen Helfer kümmern sich nicht nur um die erkrankten Kinder, um die Eltern zu entlasten, sie kümmern sich auch um die Geschwister oder leisten Trauerbegleitung. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizdienstes übernehmen diese Aufgaben, die oft natürlich auch traurig und belastend sind, aus Liebe zu den Kindern und aus gesellschaftlicher Verantwortung, betonte der Vorsitzende am Ende seiner Rede.

Jürgen Kriege bedankte sich bei Veronika Köpfle und der ganzen Schulgemeinschaft für diese großzügige Spende.


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